Die Geschichte der Malerei reicht bis in die Altsteinzeit zurück. Als älteste Zeugnisse werden Höhlenmalereien und Felsbilder genannt, die Tiermotiven und Jagdszenen aus dem Leben der Steinzeitmenschen zeigen. Die alten Ägypter bemalten neben den Wänden in Privathäusern auch die Wände von Grabmälern, Särge und Totenbücher. Die noch nicht plastischen Figuren stehen auf einer Standlinie, die Körper sind dabei von vorn, die Köpfe von der Seite wiedergegeben. Schriftquellen aus der griechischen Antike belegen, dass die Malerei neben der Bildhauerei bereits einen großen Stellenwert hatte. Bemalte Tontafeln fanden als Weihegeschenke in Tempeln Verwendung. Die figürliche und ornamentale Wandmalerei spielte in Grabanlagen, öffentlichen Bauten und Wohnhäusern eine wichtige Rolle. Auch römische Wandmalereien sind heute noch erhalten. Die Römer zudem schufen zahlreiche Tafelbilder, die ihre Kriegszüge und Eroberungen repräsentierten. Gleichzeitig entstanden auf Holz, Leinwand und Stuck unzählige Porträts. Im Mittelalter lebte die Tradition der Wandmalerei in Kapellen, Kirchen und Klöstern fort. Die Tafelmalerei, das Malen auf einem eigenständigen Untergrund wie Holz oder Leinwand setzte sich durch. Im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit entwickelten sich die Bildgattungen des Porträts, des Genre- und Landschaftsbildes sowie des Stilllebens. In der Renaissance führten Innovationen in der Ölmalerei, der Perspektive und im Bereich der Anatomie zu tief greifenden Weiterentwicklungen in der Malerei. Auch die Stilllebenmalerei wurde perfektioniert. Die Erfindung der Fotographie stellte die Malerei, deren Aufgabe bis dahin die Wiedergabe der Realität war, vor neue Herausforderungen. Die französischen Impressionisten holten erstmals ihre Staffeleien, die vorher ausschließlich in künstlich beleuchteten Ateliers standen, nach draußen in die Natur. Sie malten unter freiem Himmel und beschritten so den Weg in die Moderne. Seit dem 20. Jahrhundert bildeten sich zahlreiche Kunstrichtungen und Schulen. Innerhalb dieser unterschiedlichen Strömungen entwickelte sich die Abstrakte Malerei, die auf das Malen konkreter Gegenstände, Personen oder Landschaften fast vollständig verzichtete und die Komposition, Farbe und Formen sowie die Bewegung in das Blickfeld rückte. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es einen weiteren Aufschwung neuer Kunstströmungen und –ansichten. Das Hauptinteresse dieser Maler lag und liegt hauptsächlich in der Auseinandersetzung mit den Problemen und Umständen der Gegenwart.